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Farbschläge:  Königsmantelschecken   Siam  Rhön

Hier gibt es eine Aufstellung der Kaninchenfarben, ihrer Namen in Deutsch und Englisch und die dazugehörigen Gen-Codes. Die Tabelle ist noch nicht vollständig, es kommt immer wieder was dazu.
Am 31.07.13 überarbeitete Gentabelle für Kaninchenfarben
 






Siam blau



















Siamfarbig braun (im ZDRK Siam gelb genannt)
























schwarz 



















Königsmantelschecke havanna-gelb-weiß
mit hellem Gelb




















Königsmantelschecke havanna-gelb-weiß
mit schönem, intensivem braun























Königsmantelschecke havanna-gelb-weiß
mit dunklem Gelb





















Königsmantelschecke blau-gelb-weiß
mit kräftigem Rot, wirkt deshalb bräunlich.























Königsmantelschecke feh-gelb-weiß




















Mantelschecke rhön schwarz

Dieses Jungtier hat die Grundfarbe Königsmantelschecke schwarz-gelb-weiß. Zusätzlich trägt es doppelt Chin. Dieses Gen "verwandelt" das gelb in weiß, sodass nur die schwarzen Punkte übrig bleiben. Zusätzlich ist das Tier nicht wildfarbig, dadurch entsteht die dunkle Nase. Im Erwachsenenalter sind dann auch die Ohren bräunlich.


















Marder braun, zu dunkel und an den Flanken noch mit hellerem Sommerfell




















Russe schwarz






















Häsin gelb, trägt reinerbig blau,
im Englischen "fawn"
A_bbC_ddG_





















Weiß Rotauge


























Japaner schwarz-gelb, keine perfekte Zeichnung, da aus Mantelscheckenzucht gefallen























Thüringer
















Die Bilder zeigen von mir gezüchtete Kaninchen.
Die Bilder dürfen für private Zwecke verwendet werden, wenn mein Logo nicht entfernt wird.



Hier einige Infos über die Genetik und Farbvererbung beim Kaninchen


Japanerfarbige Kaninchen. Von links nach rechts:
Blau-gelb mit wenig Rotverstärker, blau-gelb, schwarz-rot, havanna-gold.
Der Japanerfaktor bj ist dominant und macht ein meliertes Fell. Für die Zucht der Königsmantelschecken brauchen wir die Grundfarbe gelb bb und den Japaner-Faktor, was den Japaner schwarz-rot ergibt. Kombiniert mit der speziellen Scheckung bekommen wir die interessanten Königsmantelschecken. Kommt zu diesen KMS schwarz-rot, kurz KMS1, noch zusätzlich die Farbe blau (dd) dazu, haben wir einen Königsmantelschecken in blau-gelb, kurz KMS2. Einen KMS3 havana-gold erhält man, wenn statt blau havanna (cc) dazukommt. Treffen nun blau und havanna zusammen, bekommt man einen Königsmantelschecken in feh-creme: KMS4.
Warum entstehen bei der Kreuzung von zwei Japanern bj plötzlich rote oder thüringerfarbige Tiere? Das kann passieren, wenn die Japaner-Elterntiere nicht reinerbig sind, d.h. wenn sie das Japaner-Gen bj nur einmal besitzen.

Dazu eine kurze, möglichst einfache Erklärung zur Genetik:
Jedes Lebewesen besitzt seine Gene doppelt und bei der Fortpflanzung verschmelzen die Gene der Eltern. Theoretisch hätte das entstehende Lebewesen dann seine Gene vierfach, damit wäre es jedoch nicht lebensfähig. Deshalb werden die Gene, die zur Fortpflanzung dienen, vorher im Körper der Eltern geteilt (einfacher Chromosomensatz). Wenn sie dann verschmelzen haben wir wieder die Gene doppelt (doppelter Chromosomensatz), wodurch ein lebensfähiges Wesen entsteht. Daher kommt es, daß die Vererbung unvorhersehbar ist, weil man nicht weiß, welchen von den beiden geteilten Chromosomensätzen das Lebewesen geerbt hat. Vorhersehbar wird es jedoch, wenn man weiß, welche Chromosomen das Elterntier besitzt: Den einen Teil der Gene, den man sieht, kann man benennen. Z.B. Fellqualität, Form, Farbe. Das ist das Erscheinungsbild (Phänotyp). Den anderen Teil, der nicht in Erscheinung tritt, sondern versteckt in den Genen liegt, kann man nur raten. Oder man betrachtet wiederum die Eltern des Tieres und den Nachwuchs. Daraus läßt sich meist gut erkennen, welche Gene (Genotyp) das Tier besitzt.

Bei unseren Japanern ist das dann so: b heißt das Gen für rot in der europäischen Benennung. Weil alle Gene immer doppelt vorhanden sind, hat ein rotes Kaninchen bb. Japaner ist eine Variation von rot mit der Abkürzung bj und es ist vorherrschend (=dominant), das bedeutet, wenn das Tier ein Japaner-Gen besitzt, dann sieht man das meist sehr gut. Wenn man es nicht sieht, dann besitzt das Kaninchen kein Gen für Japaner oder die Japaner-Melierung des Felles ist so gering, sodaß man sie unter Umständen nicht findet. Sie ist dann zwar da, nur nicht oder kaum sichtbar für uns. Am besten findet man sie meiner Meinung nach bei drei Tage alten Jungtieren, bei denen das Fell gerade zu Wachsen begonnen hat. Da kann man sich an der Farbe des Felles UND der Pigmentierung der Haut orientieren und die Japanerflecken lassen sich leichter entdecken.
Hat man nun zwei Japaner, dann können sie folgende Gene haben: bj b  oder  bj bj. Das erste wäre ein gemischterbiger Japaner, das zweite ein reinerbiger, weil er in jedem Fall, wenn der Chromosomensatz geteilt wird, das bj weitergibt.
Haben wir nun zwei gemischterbige Tiere gekreuzt, dann passiert folgendes:

Mutter bj b  x  Vater bj b. Beide haben bj nur einmal. b steht für rot. bj ist dominant=vorherrschend.
Wenn wir jedes Gen der Mutter mit jedem Gen des Vaters kombinieren, entstehen die folgenden Kombinationen:
bjbj  und bjb und bbj und bb. Alle Kombinationen mit bj sind Japaner, die anderen sind rot bb. Die Kombination mit bjbj ist ein reinerbiger Japaner, die anderen sind gemischterbig. Dabei spielt es keine Rolle, ob das b vorne oder hinten in der Kombination steht. Daraus läßt sich auch erkennen, zu wieviel Prozent man diese Variationen bekommt: 25% reinerbige Japaner, 50% gemischterbige Japaner und 25% rote. Das sind nur ungefähre Zahlen, sie können pro Wurf stark schwanken. Diese Prozentwerte pendeln sich meist erst ein, wenn man mehrere Würfe addiert.

Dieses Schema gilt für alle dominanten Gene. Und für alle gemischterbigen Kombinationen mit dominanten Genen.

Jetzt haben wir das rot erklärt. Wie sieht es aus mit thüringerfarbigen Tieren? Es sind rote, die jedoch kein Gen für die Wildfarbigkeit besitzen.
Wildfarbe macht aus einem schwarzen Kaninchen ein schwarz-graues mit hellem Bauch, genannt "Castor". 
Sie macht aus einem blauen Kaninchen ein blau-graues mit hellem Bauch, genannt "Opal",
sie macht aus einem havannafarbigen Kaninchen ein hellbraunes mit hellem Bauch, da gibt es im Deutschen noch keinen Farbbegriff, es würde sich z.B. "havanna-wildfarbig" oder "zimtfarbig" anbieten.
Und die Wildfarbe macht aus einem fehfarbigen Kaninchen ein hellgelb-graues mit noch hellerem Bauch, genannt Lux.
Die Wildfarbe macht auch aus einem thüringerfarbigen Kaninchen ein rotes.

Die Wildfarbe wird abgekürzt mit G und ist dominant, die nicht-Wildfarbe (Thüringer) mit g. Hat man nun einen gemischterbigen Japaner, der auch gemischterbig für die Wildfarbe (Gg) ist, dann sieht die Kombination so aus wie im oberen Beispiel: 25%GG (=reinerbig Wildfarben), 50% Gg (=gemischterbig Wildfarben) und 25% gg (=Thüringer). Das erklärt, warum dann auch Thüringer aus Japaner-Kreuzungen fallen können.

Jetzt müssen wir noch die Farbe "Thüringer" genauer unter die Lupe nehmen.
Das ist ein rotes Kaninchen ohne Wildfaktor, also hat es bb gg. Hat dieses rote Kaninchen ohne Wildfaktor zusätzlich viel "Schwarzverstärker", dann kann man von einem typischen Thüringer sprechen, wie wir ihn von der Rassebezeichnung her kennen: Rot mit schwarzer Nase, Blume, schwarzen Ohren, Seiten, Läufen. (Der Einfachheit halber bezeichne ich alle Kaninchen als Thüringer, die rot sind ohne Wildfaktor. Auch wenn sie von der Farbe nicht dem Rassestandard des typischen Thüringers entsprechen). Hat das Tier jedoch wenig "Schwarzverstärker", dann ist es rot mit nur einem kleinen schwärzlichen Flecken an der Nase. Die Ohren, Läufe, Blume und Seiten sind kaum schwarz und es kann verwirrend aussehen, weil auch keine Wildabzeichen, wie heller Bauch, vorhanden sind.

Hier zwei Thüringer mit wenig Schwarzverstärker, jeweils als Jungtier und ausgewachsen:
CARIS Foto von Stefanie Renardus

RENU  

Ein Thüringer mit viel Schwarzverstärker, die Farbe entspricht in etwa dem Standard für Thüringer:
ZOOM

Hier als Jungtiere:

Ganz links ein Thüringer mit viel Schwarzverstärker, danach ein Japaner mit Wildfaktor G, ein Thüringer mit wenig Schwarzverstärker und ein roter Mantelschecken-Thüringer  mit wenig Schwarzverstärker.
Gute Unterscheidung: Bei den nicht-Wildfarbigen (=Thüringern) sind die Innenseiten der Ohren und die Unterseite der Blume dunkel, bei den Tieren mit Wildabzeichen nicht. Achtung, bei den Mantelschecken ist die Unterseite der Blume sowieso fast immer weiß.










Hier noch einige Fotos zu Japanern und KMS ohne Wildabzeichen. An der Nase kann man den fehlenden Wildfaktor gut erkennen, sie ist dunkel. Auch die Ohren und eventuell die Läufe zeigen vermehrt schwarz. Je mehr Schwarzverstärker vorhanden ist, umso größer und dunkler sind die Regionen. Im Englischen wird der dunkle Fleck an der Nase und die dunkle Farbe an den anderen Stellen "smutt" genannt.





Bei diesem Dalmatiner erkennt man den fehlenden Wildfaktor an dem Fleck an der Nase: Er wird zur Nasenmitte hin dunkler, aber man muß schon genau hinsehen.
Weil das Wildfarb-Gen G getrennt von den anderen Farben vererbt wird, kann es mit jeder beliebigen Farbe vorkommen. Genauso die Nicht-Wildfarbigkeit gg kann mit jeder anderen Farbe kombiniert werden. Zum Beispiel verstärkt sie die dunklen Abzeichen beim Russen. Mit blau und/oder havanna ergibt es einen Thüringer, der nicht schwarz-rot ist, sondern blau-rot, havanna-rot oder feh-rot.














Wenn die Jungtiere im Nest liegen, ist die Neugier auf die Farben beim KMS-Züchter besonders groß. Die Unterscheidung der Farben bei neugeborenen Kaninchen ist jedoch schwierig.





Mittig ist ein KMS1, links davon und darüber sind jeweils KMS3. Die Kaninchen sind 2 Stunden alt.




















Werden die Jungen älter, wächst langsam das Fell und die Farben werden deutlicher. Mitte oben: KMS1, mitte unten und links unten im Eck: KMS3. Hier sind die Kaninchen zwei Tage alt.





















Bei den vier Tage alten Tieren ist die Farbe endlich eindeutig.














Im folgenden möchte ich einige Bilder von interessanten und nicht so häufig vorkommenden Farben zeigen




Hier zwei gelbe/rote Kaninchen. Das obere ist reinerbig für havanna, man erkennt gut den braunen Anflug im Fell.

















Die gleiche Farbkombination wie das obere der beiden Kaninchen auf dem vorangegangenen Foto, nur ohne Wildfaktor: Ein Thüringer havannafarbig, Chocolate tortoise. Er ist noch nicht voll ausgefärbt.